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Jüdisches Leben
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Beitrag vom 17.10.2026
OFEK e.V. Fachtag: Gegenwartsgedächtnis - Zeug:innenschaft in Therapie und Beratung
AVIVA-Redaktion
Dritter Fachtag des Projekts "SUPPORT": Am 21. und 22. Oktober 2026 in Berlin. Der Fachtag des Projekts "SUPPORT" widmet sich in diesem Jahr dem Verhältnis von Gegenwart und jüdischer Erinnerung, in der das Zeugnisablegen als soziale Praxis verstanden wird. Das Programm ist veröffentlicht, eine Anmeldung ist möglich.
In jüdischen Traditionen kommt dem Erzählen und Weitergeben von Erfahrung eine zentrale Bedeutung zu – als Praxis der Vergegenwärtigung, Zugehörigkeit und Kontinuität. Zugleich knüpft die Tagung an narrative Traditionen der Psychotherapie an, in denen biografische Rekonstruktion und Zeugenschaft als Formen psychischer Verarbeitung verstanden werden. Gerade unter den Bedingungen zunehmenden Antisemitismus kann das Erzählen eigener Erfahrung zur Stabilisierung, sozialen Sichtbarkeit und Wiederherstellung von Verbundenheit beitragen.
Die Tagung richtet sich an Fachkräfte aus psychologischen, psychotherapeutischen, psychosozialen und edukativen Kontexten sowie an Interessierte, die sich mit Erinnerung, Zeug:innenschaft und Antisemitismus auseinandersetzen möchten.
Zum Programm
Mittwoch, 21. Oktober 2026
17 UHR
Eröffnung
Hetty Berg, Jüdisches Museum Berlin
Marina Chernivsky, OFEK e.V.
17:30 UHR Impuls
Gedächtnis und Gegenwart. Über Verschiebungen im historischen Bewusstsein
Prof. em. Dr. Dan Diner, Tel Aviv / Berlin
Moderation: Alexa Altmann, OFEK e.V.
PAUSE
18:30 UHR Lesung und Gespräch mit der Buchautorin
Fühlen Sie sich wie zu Hause, aber vergessen Sie dabei nicht, dass Sie zu Gast sind
Anna Shapiro, Autorin
Moderation: Prof. Dr. Lea Wohl von Haselberg, Filmuniversität Babelsberg
Ab 20 UHR
Empfang mit Buffet
Musikalische Begleitung durch DJ-Duo »Balagan Sisters« – Künstlerinnen aus dem Dagesh-Netzwerk
Donnerstag, 22. Oktober 2026
9 UHR GRUSSWORTE
N.N. Bundesministerium des Inneren (angefragt)
Lena Altmann Alfred Landecker Foundation
9:30 UHR Einführungsvortrag
Wie entsteht Erinnerung, während Menschen mitten im Ereignis stehen?
Marina Chernivsky OFEK e.V.
Kaffeepause
10:30 UHR Denkraum
Verletzte Gegenwart – Praktiken der Gegenwartserinnerung / Wounded Present – Practices of Remembering the Present
Be´eri Berlin – The Jewish Right to Live
Eshkar Eldan-Cohen Be´eri/Berlin
Oct.7 Memorial: ein digitales Echtzeit-Handyarchiv
Lilach Shamir Oct7 Memorial
KOLOT – Formen jüdischer Gegenwartsgedächtnisse
Erica Zingher Berlin
Kommentar: Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, Institut für Rechtsextremismusforschung, Universität Tübingen
Moderation: Sharon Adler, Berlin
Die Podiumsdiskussion findet auf Englisch statt – Übersetzung wird zur Verfügung gestellt.
Mittagspause
13 UHR Workshops
Voids and Voices: Zweite und dritte Generation im Gespräch
Dinah Wyler Voids and Voices
Zur Rolle der Selbstzeugnisse in der Psychotherapie in postnationalsozialistischen Kontexten
Marina Chernivsky und Leonie Nanzka OFEK e.V.
Zikaron BaSalon – Erinnerung im Wohnzimmer
N.N. Zikaron BaSalon
Erinnern zwischen den Generationen im Frankfurter Treffpunkt für Überlebende der Shoah und ihre Familien
Naomi Vingron ZWST e.V.
Kaffeepause
15 UHR Vortrag und Gespräch
Transgenerational Trauma – The Tradition of Jewish Remembrance as a Therapeutic Resource and Challenge / Transgenerationale Traumata – Die Tradition jüdischen Erinnerns als therapeutische Ressource und Herausforderung
Dr. Yael Danieli
Moderation: Lukas Welz, AMCHA
Der Vortrag findet auf Englisch statt – Übersetzung wird zur Verfügung gestellt.
16:30 UHR
Mo(u)rning. Musikalische Installation von Juan Pablo Martini
Einordnung: Prof. Dr. Liliana Ruth Feierstein HU Berlin
17:15 UHR Tagungsreflexion
Laura Reti OFEK e.V.
17:30 UHR Veranstaltungsende
Der dritte Fachtag des Projekts »SUPPORT« widmet sich in diesem Jahr dem Verhältnis von Gegenwart und jüdischer Erinnerung, in der das Zeugnisablegen als soziale Praxis verstanden wird. In jüdischen Traditionen kommt dem Erzählen und Weitergeben von Erfahrung eine zentrale Bedeutung zu – als Praxis der Vergegenwärtigung, Zugehörigkeit und Kontinuität. Zugleich knüpft die Tagung an narrative Traditionen der Psychotherapie an, in denen biografische Rekonstruktion und Zeugenschaft als Formen psychischer Verarbeitung verstanden werden. Gerade unter den Bedingungen zunehmenden Antisemitismus kann das Erzählen eigener Erfahrung zur Stabilisierung, sozialen Sichtbarkeit und Wiederherstellung von Verbundenheit beitragen.
Die Tagung richtet sich an Fachkräfte aus psychologischen, psychotherapeutischen, psychosozialen und edukativen Kontexten sowie an Interessierte, die sich mit Erinnerung, Zeugenschaft und Antisemitismus auseinandersetzen möchten.
Die Veranstaltung wird begleitet durch ein Awareness-Team von OFEK e.V.
Die Veranstaltung ist weitgehend barrierefrei erreichbar.
Infos: www.ofek-beratung.de/save-the-date-dritter-fachtag-des-projekts-support
Anmeldung: www.eveeno.com
OFEK e.V. – Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung:
Der Fachtag findet im Rahmen des Projekts »SUPPORT« statt. Das Projekt zielt auf die Qualitätssicherung der Betroffenenberatung, den Ausbau der psychologischen Beratung, Vernetzung jüdischer Psycholog:innen und Berater:innen sowie die Förderung der Antisemitismuskritik in der therapeutischen Versorgung. Das Projekt »SUPPORT« wird ermöglicht durch die Förderung des Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.
Der diesjährige Fachtag findet mit zusätzlicher Unterstützung durch die Alfred Landecker Foundation statt.